Klassenvorschriften


ALLGEMEINES

Hat innerhalb eines Landes der zuständige Landesverband die Verwaltung der Klasse, die Ausgabe von
Meßbriefen, Segelnummern usw. an die jeweilige nationale Tempest Klassenvereinigung delegiert, so treten die
Worte "nationale Tempest Klassenvereinigung" jeweils an die Stelle von "Landesverband".

1. GEGENSTAND DER KLASSENVORSCHRIFTEN

Die Tempest-Klasse ist eine Einheitsklasse. Die Klassenvorschriften, Bau- und Vermessungspläne sowie die
Bauspezifikationen sollen sicherstellen, daß die Yachten dieser Klasse übereinstimmen im Rumpf und Deck, der
Kielform, Konstruktion und Gewicht, Ruderform, Segelfläche und Form und anderen Gesichtspunkten, die
Geschwindigkeit beeinflussen.

2. BESTIMMUNGEN ZUM SCHUTZ DER EINHEITSKLASSE

2.1) Rumpf- und Deckformteile — Sämtliche Boote müssen aus Formteilen gebaut werden, die von Herstellern
gefertigt wurden, die eine Lizenz der ISAF besitzen. Modellschalen und Formen für die Herstellung von
Schalenteilen dürfen nur von der durch die ISAF lizenzierte Zentralstelle bezogen werden. Sie müssen numeriert
sein und dürfen nur an Hersteller abgegeben werden, die eine Lizenz der ISAF besitzen.

2.2) Rumpfmontage — Alle Schalenteile mit Ausnahme des Spinnakertopfes, der Mastführung, der Lukendeckel
und des Brückendecks müssen von dem Hersteller, der die Formteile gefertigt hat, vollständig montiert und mit
Auftriebskörpern aus festem Schaumstoff versehen werden.

2.3) Kiele — Kiele dürfen nur von Herstellern gefertigt werden, die eine Lizenz der ISAF besitzen.
Bleiballastwülste dürfen nur mit Modellformen bzw. Formen gefertigt werden, die von der durch die ISAF
anerkannten Zentralstelle bezogen wurden. Die Kielschablonen müssen numeriert sein und dürfen nur an
Hersteller abgegeben werden, die eine Lizenz der ISAF besitzen.

2.4) Änderungen an Formen — An offiziellen Formen oder Schablonen, dürfen keinerlei Änderungen vorgenommen
werden mit der Ausnahme solcher, die durch die Bauspezifikationen gefertigt werden können.

2.5) Ausgabe von Baulizenzen — Anträge auf Erteilung einer Baulizenz sind an die Internationale Tempest
Klassenvereinigung zu richten. Diese leitet die Anträge geeigneter Hersteller an ISAF Holdings Limited weiter,
damit eine Lizenz im Rahmen der zwischen der ISAF und dem Inhaber der Urheberrechte vereinbarten
Bedingungen vergeben werden kann, wonach Internationale Tempest-Boote unter Einhaltung der
Klassenvorschriften, Bau- und Vermessungspläne sowie durch die Bauspezifikationen gefertigt werden können.
Die Lizenz kann jederzeit durch die ISAF überprüft und zurückgezogen werden. In der vom Hersteller zu
unterzeichnen vertraglichen Vereinbarung muß eine Klausel enthalten sein, welche die Entrichtung der
Internationalen Klassengebühren garantiert.

2.6) Ausgabe von Formen — Anträge auf Bereitstellung von Modellschalen und Formen für Rumpf und Kiel sowie
von Vermessungsschablonen sind an die Internationale Tempest Klassenvereinigung zu richten, die daraufhin bei
der ISAF die Genehmigung zur Auslieferung durch die anerkannte Zentralstelle beantragt.

2.7) Identifizierung

a) Der Hersteller muß für jedes Boot, bevor es seine Werft verläßt, eine offizielle Klassenplakette beantragt und
erhalten haben. Diese ist von der Internationale Tempest Klassenvereinigung gegen Entrichtung der
Internationalen Klassengebühren käuflich zu erwerben.

b) Die Plakette ist ungefähr mittig auf der Vorderseite des achterlichen Schotts fest anzubringen. Auf der
Plakette müssen die Segelnummer, die Seriennummer des Herstellers sowie die Nummer der Bauform für den
Rumpf in mindestens 5mm großen Ziffern erscheinen.

c) Die Segelnummer ist beim zuständigen Landesverband einzuholen; jedes Land beginnt bei der Numerierung
mit "Eins".

3. VERMESSUNG

3.1) Die angegebenen Toleranzen dienen lediglich dem Zweck, geringfügige Herstellungsfehler sowie
alterungsbedingte Verformungen zu berücksichtigen, während absichtliche Abweichungen auch innerhalb dieser
Toleranzgrenzen unzulässig sind. Sämtliche Maße, die sich auf die Form von Rumpf und Kiel auswirken, sind durch
einen vom zuständigen Landesverband bestellten Vermesser zu vermessen, bevor ein Rumpf oder Kiel das
Werftgelände des Herstellers verläßt. Ist ein Vermesser der Ansicht, daß in irgendeinem Punkt ein absichtlicher
Versuch zur Umgehung der Konstruktionsunterlagen bzw. der vorliegenden Klassenvorschriften vorliegt, so hält
er die diesbezüglichen Einzelheiten im Vermessungsformular fest, das dem zuständigen Landesverband
vorzulegen ist. Dieser hält dann den entsprechenden Meßbrief vorbehaltlich einer Prüfung des Einzelfalls fest; er
kann einen Meßbrief ausstellen, falls anschließend eine Genehmigung der ISAF eingeholt wird.

3.2) Meßbriefe — Ein Boot darf nur dann als Internationaler Tempest an Wettfahrten teilnehmen oder gesegelt
werden, wenn der Eigner einen auf seinen Namen ausgestellten Meßbrief besitzt.

a) Im Falle eines neuen Boot, oder eines so umfangreich neu aufgebauten oder reparierten Boot, das eine
Neuvermessung erforderlich wird, sind zum Erhalt eines Meßbriefs die folgenden Schritte erforderlich:

i) Der lizenzierte Hersteller erhält ein Vermessungsformblatt von der ISAF.

ii) Ein offizieller Vermesser füllt das Formblatt korrekt aus und unterzeichnet es.

iii) Der offizielle Vermesser schickt das Formblatt mit einem Antrag auf einen Meßbrief an den nationalen Verband
des Eigentümers oder, falls kein nationaler Verband existiert, an die Internationale Tempest Klassenvereinigung.

b) Falls ein Boot verkauft wird, schickt der neue Eigentümer den alten Meßbrief an den nationalen Verband oder,
falls kein nationaler Verband existiert, an die Internationale Tempest Klassenvereinigung, um einen gültigen
Meßbrief zu erhalten.

c) Ausgetauschte Kiele sollen gemäß Vermessungsformblatt vermessen werden und die Details sollen im
Vermessungsformblatt eingetragen sein, das dann zusammen mit dem Meßbrief an den nationalen Verband des
Eigentümers oder, falls kein nationaler Verband existiert, an die Internationale Tempest Klassenvereinigung,
geschickt werden soll um einen gültigen Meßbrief zu erhalten.

d) Der Eigentümer ist dafür verantwortlich, daß der Meßbrief seine Gültigkeit behält.

3.3) Ersatzsegel bzw. erheblich veränderte Segel müssen von einem offiziellen Vermesser vermessen werden und
mit dessen Unterschrift versehen sein.

3.4) Masten, Groß- und Spinnakerbäume sowie Ruderblätter, die als Ersatzausrüstung beschafft oder umgebaut
wurden, sind vor ihrer Verwendung einem offiziellen Vermesser zwecks Vermessung vorzuführen. In diesen Fällen
ist die Verwendung eines Vermessungsformulars nicht erforderlich.

3.5) Nachvermessung — Jedes mit einem Meßbrief versehene Boot unterliegt jederzeit nach Ermessen des
Landesverbands, des Wettfahrtausschusses oder der Klassenvereinigung einer Nachvermessung. Stellt sich
heraus, daß ein Hersteller ein Vermessungsformular für ein nicht maßhaltiges Boot unterzeichnet hat, so haftet
er für die Beseitigung des Fehlers und es kann ihm die Baulizenz entzogen werden.

4. BAUAUSFÜHRUNG

Der Bau erfolgt aus glasfaserverstärktem Kunststoff; die Bau- und Vermessungspläne so wie die
Bauspezifikationen müssen beachtet werden.

5. RUMPF

5.1) Der Rumpf darf nur mit offiziell zugelassenen Formen hergestellt werden. Diese Formen müssen von
Vermessern, die vom zuständigen Landesverband bestellt worden sind, unter Verwendung eines speziellen
Satzes von zehn Formschablonen überprüft werden. Eine solche Überprüfung erfolgt erstmalig vor Aufnahme der
Fertigung und danach einmal jährlich.

5.2) Vermessung

a) Der Rumpf ist nach dem Rumpfvermessungsplan, der Bestandteil dieser Vorschrift ist, zu vermessen. Dabei
sind Metallschablonen am Vorsteven sowie querschiffs in horizontalen Abständen, erstmals 330mm vorlich der
senkrechten Mittellinie des Spiegels, anzulegen. Die Kielkrümmung ist von der im Rumpfvermessungsplan
vorgegebenen Nullinie aus zu vermessen.

b) Die LüA des Rumpfs ausschließlich des Bugbeschlags und des achterlichen Decksüberhangs darf zwischen den Loten höchstens 6680mm betragen.

c) Beim Übergang zwischen Außenhaut und Spiegel darf der Krümmungsradius höchstens 6mm betragen.

d) Der Spiegel muß in einem Winkel von 90° ± 1,5° zur Wasserlinie des Boots gemäß Rumpfvermessungsplan verlaufen und das äußerste achterliche Ende des Rumpfs darstellen.

e) Ein Wantpütting soll sich mit seiner vorderen Kante nicht mehr als 3930mm vor der senkrechten Mittellinie des Spiegels (ohne die hintere Decküberlappung) entsprechend dem Rumpfvermessungsplan befinden.

6. ÖFFNUNGEN IM RUMPF, DECK, SCHOTTEN ODER COCKPIT

Rumpf, Deck, Schotten, und Cockpit dürfen nicht durchbrochen werden, mit Ausnahme der nachstehend aufgeführten Öffnungen, die ihrerseits aber nicht die Wirkung von Auftriebsabsteilungen vermindern dürfen, von denen einige entsprechend den jeweiligen Hinweisen freigestellt sind:

6.1) Im Rumpf

a) Höchstens zwei Löcher von je höchstens 7mm Durchmesser für den Wasserablauf vorlich des Bugschotts (freigestellt).

b) Kielkasten gem. Regel 11.9.

c) Ruderkasten oder Ruderkoker.

d) Zwei Öffnungen (Abmessungen: höchstens je 110mm x 180mm) für den Einbau von Selbstlenzern für das Cockpit.

e) Höchstens zwei Löcher von je höchstens 55mm Durchmesser im Spiegel, die durch wasserdichte Leitungen (Innendurchmesser höchstens 55mm) mit dem Cockpit verbunden sind (s. Regel 6.4) (freigestellt).

6.2) Im Bugschott

a) Ein Loch von höchstens 55mm Durchmesser, das durch eine wasserdichte Leitung (Innendurchmesser höchstens 55mm) mit dem vorlichen Cockpitschott verbunden ist (freigestellt).

b) Eine Öffnung zur Aufnahme des Spinnakertrichter-Rohrs, das wasserdicht mit dem Schott verbunden sein muß (freigestellt).

6.3) Im vorlichen Cockpitschott

a) Ein Loch von höchstens 55mm Durchmesser, das durch eine wasserdichte Leitung (Innendurchmesser höchstens 55mm) mit dem Bugschott verbunden ist (freigestellt).

b) Ein Loch von höchstens 20mm und mindestens 12mm Durchmesser, das mit dem Spinnakertopf (soweit vorhanden) durch ein wasserdichtes Rohr (Innendurchmesser höchstens 20mm) verbunden ist.

c) Auf Booten, welche mit offiziell zugelassenen Formen vor 1990 erbaut wurden: Nicht mehr als zwei Inspektionsluken von je maximal 155mm Durchmesser, die während einer Wettfahrt absolut wasserdicht verschlossen sein müssen. Auf Booten, welche mit offiziell zugelassenen Formen in Jahr 1990 oder später erbaut wurden: Ein öffnung von max. 600mm Breite und 500mm Höhe als Inspektionsluke. Die Inspektionsluke soll nach den gelichen Vorschriften wie das Schott gebaut und mittels Schrauben- und Dichtungsmaterial derart mit ihr verschlossen werden, daß eine wasserdichte Verbindungsstelle entsteht. In der Inspektionsluke sind nicht mehr als zwei öffnungen von je maximal 155mm Durchmesser, welche während einer Wettfahrt absolut wasserdicht verschlossen sein müssen, zugelassen.

d) Eine Öffnung zur Aufnahme des Spinnakertrichter-Rohrs (Innendurchmesser höchstens 210mm), das wasserdicht mit dem Schott verbunden sein muß (freigestellt).

6.4) Im achterlichen Cockpitschott — Höchstens zwei Öffnungen von je höchstens 55mm Durchmesser, die das Lenzen des Cockpits durch zwei mit dem Spiegel verbundene Lenzrohre (Innendurchmesser höchstens 55mm) ermöglichen (s. Regel 6.1) (freigestellt).

6.5) Im Cockpitboden

a) Zwei Inspektionsluken vorlich des Brückendecks an der hierfür in der offiziellen Deckform vorgesehenen Position (Höchstabmessungen: Länge 250mm, Breite 90mm). In jeder Inspektionsluke darf eine Öffnung von höchstens 70mm Durchmesser angebracht werden; sie muß mit einer wasserdichten Abdeckung versehen sein.

b) Zwei weitere Luken wie in Regel 6.5(a), jedoch achterlich des Brückendecks (freigestellt).

c) Höchstens zwei Selbstlenzer für das Cockpit (Höchstabmessungen: 110mm x 180mm) an den achterlichen äußeren Ecken des Cockpits.

6.6) An jeder Cockpitseite (Längsschott)

a) Höchstens drei Inspektionsluken von je höchstens 155mm Durchmesser, die während einer Wettfahrt im wesentlichen wasserdicht geschlossen sein müssen (freigestellt).

b) Eine Öffnung zur Aufnahme eines Spinnakertrichter-Rohrs von höchstens 210mm Innendurchmesser, das mit dem Schott wasserdicht verbunden sein muß (freigestellt).

6.7) Im Vordeck

a) Eine Öffnung vorlich des Bugschotts (Höchstabmessungen: 205mm x 160mm), die während einer Wettfahrt im wesentlichen geschlossen ist, jedoch nicht unbedingt wasserdicht sein muß, oder eine Öffnung für den Spinnakertrichter. Eine Spinnakertrichteröffnung (einschl. des Randprofils bzw. des Übergangs zur normalen und allgemeinen Oberfläche des Vordecks) darf an keinem Punkt weniger als 5865mm (parallel zum Deck gemessen) von der Mittellinie Spiegel entfernt sein.

b) Nur auf Booten, welche mit offiziell zugelassenen Formen vor 1990 erbaut wurden: Eine Öffnung für den Spinnakertopf oder als Inspektionsluke, wie es die Konstruktionspläne zeigen. Der Spinnakertopf bzw. die Inspektionsluke muß mit dem Deck wasserdicht verbunden sein.

c) Ein Loch im Spinnakertopf (soweit vorhanden) von höchstens 20mm und mindestens 12mm Durchmesser, das durch ein wasserdichtes Lenzrohr von höchstens 20mm Innendurchmesser mit dem Cockpitboden verbunden ist.

d) Auf jeder Seite je ein Schlitz zur Aufnahme der Wantpüttings — wie in Regel 5.2(e) beschrieben — mit wasserdicht abgedichteter Abdeckplatte.

6.8) In jedem Seitendeck

a) Eine Öffnung von höchstens 120mm Durchmesser, die ausschließlich zum Einbau eines Kompasses benutzt werden darf; dieser muß wasserdicht mit dem Seitendeck verbunden sein (freigestellt).

b) Eine Inspektionsluke von höchstens 155mm Durchmesser, deren Mittelpunkt mindestens 230mm vom Pütting entfernt sein darf; sie muß während einer Wettfahrt im wesentlichen wasserdicht verschlossen sein (freigestellt).

6.9) Im Achterdeck

a) Eine Lukeöffnung von maximal 475mm x 475 Größe, weiter bei einer Wettfahrt sicher mit einem Lukendeckel verschlossen sein muß.

b) Ein Ruderkasten (Länge: 380mm ± 15mm, Breite: 50mm ± 7mm) oder ein Ruderkoker.

6.10) Bohrungen für die Befestigung von Beschlägen. Diese Bohrungen dürfen einen Durchmesser von höchstens 10mm haben und müssen so abgedichtet sein, daß die Auftriebsabteilungen wasserdicht bleiben. Durch die Oberfläche von Rumpf, Deck, Schotten oder Cockpit dürfen keinerlei Leinen oder sonstige Bedienungsvorrichtungen geführt werden, soweit sie nicht durch folgende Rohrverbindungen verlaufen:

a) Verbindung Cockpit mit Raum vorlich des Bugschotts.

b) Verbindung Cockpit mit Spinnakertopf.

7. HAUPTWANTEN

Die effektive Länge eines Wants darf während einer Wettfahrt nicht mehr als 80mm verändert werden. Das Want mit den dazugehörigen Beschlägen (einschl. jeglicher Vorrichtung zur Einstellung der Länge während einer Wettfahrt) muß mit seinem oberen Ende am Mast an einem Punkt befestigt sein, der von der Meßmarke gem. Regel 16.8(b) nicht mehr als 2750mm entfernt ist. Das untere Ende des Wants muß direkt an dem Wantpütting — wie in Regel 5.2(e) beschrieben — befestigt sein.

8. MASTFÜHRUNG

8.1) Die Mastführung darf sich achtern nich weniger als 4190mm vor der senkrechten Mittelinie des Spiegels (ohne die hintere Decküberlappung) und sich gegenüber bis höchstens 340mm von der Decksmittellinie erstrecken.

8.2) Alternativ dazu, sollte der Mast unterstützt werden von einem Formteil (von einer offiziellen Form genommen), das Vordeck nach hinten fortsetzend auf ungefähr derselben Längsebene. Die unterstützende Vordecksform soll sich nach hinten erstrecken zu einer Position nicht weniger als 4190mm von der vertikalen Mittellinie des Spiegels (ausschließend die hintere Decksüberlappung). Nicht mehr als zwei Öffnungen, jede von maximal 55mm Durchmesser, sollen in dieser Form vorhanden sein.

9. TRAVELLER

9.1) Die Großschottravellerschiene muß über das Brückendeckformteil auf die Seitendecks führen.

9.2) Auf Booten, welche nach offiziellen Formen nach 1990 gebaut wurden: Die Großschottravellerschiene soll sich erstrecken bis zu den eingebauten End-Stops in der Decksform (von einer offiziellen Form genommen).

10. SCHEUERLEISTEN

10.1) Scheuerleisten aus Holz, Kunststoff oder elastischem Material (Dicke: 16mm ± 3mm) müssen von einem höchstens 130mm vom Bug (ausschl. des Bugbeschlags) entfernten Punkt bis zu einem höchstens 25mm vom Spiegel (ausschl. eines achterlichen Decksüberhangs) entfernten Punkt ununterbrochen verlaufen.

10.2) Alternativ dazu, auf Booten, welche nach offiziellen Formen nach 1990 gebaut wurden: Die Scheuerleisten aus Regel 10.1 können unterbrochen sein von den Deckspunkten von 1780mm bis 3880mm vom Ende des Achterdecks entlang der Längsachse. Zwischen diesen Punkten soll die äußerste Oberfläche der offiziell anerkanntem Form mit Regel 10.1 übereinstimmen, ausgelegt auch durch die Darstellungen erlaubt in Regel 23.8.

11. KIEL

11.1) Der Kiel muß aus einer Flosse aus Schweißstahl bzw. nicht korrodierendem Stahl bestehen, deren Form dem entsprechenden Kielvermessungsplan entspricht und durch eine Metallschablone zu überprüfen ist. Er muß mit einer Bleiwulst versehen sein, die nach einer mit offiziell zugelassenen und von der ISAF bereitgestellten Modellformen gefertigten Gießform gegossen sein muß. Das Gewicht der Gußwulst darf gem. Regel 14.4 dadurch reduziert werden, daß Blei entnommen und durch einen leichteren Werkstoff ersetzt wird.

11.2) Die Dicke der fertigen Kielflosse muß mindestens 9,5mm und höchstens 13mm betragen. Der Füllradius im Winkel zwischen Kielflosse und jeglichem Teil des oberen Oberfläche der Kielwulst darf nicht mehr als 4mm betragen.

11.3) Die Tiefe des herausragenden Teils des Kiels — senkrecht gemessen vom Schnittpunkt der Achterkante Kielflosse mit der Rumpfunterseite bis zum tiefsten Punkt der Flosse bzw. der Wulst, darf höchstens 900mm betragen; sie muß — am gleichen Punkt gemessen — mindestens 865mm betragen.

11.4) Vorderkante und Achterkante der Kielflosse müssen parallel zueinander verlaufen; die Breite des herausragenden Teils — gem. Vermessungsplan gemessen — muß 508mm ± 5mm betragen. Die fertige Kielflosse muß eine einheitliche Stärke aufweisen; ausgenommen hiervon ist ein Bereich innerhalb von höchstens 80mm von der Vorderkante und höchstens 105mm von der Achterkante, in dem die Stärke geringer sein darf. Der Querschnitt ist innerhalb des gesamten Bereichs in geringerer Stärke freigestellt.

11.5) Die Kielflosse muß so ausgelegt sein, daß sie vom Rumpf abgenommen werden kann. Abstandhalter bzw. Füllmasse dürfen verwendet werden, um zu verhindern, daß die Kielflosse sich seitlich innerhalb des Kielschlitzes bewegt. Die Verwendung von Füllmasse zur Herstellung einer Rundung bzw. Hohlkehle am Übergang zwischen Kielflosse und Rumpf ist unzulässig.

11.6) Die Form der Kielwulst ist nach der Anbringung an der Flosse mit Metallschablonen gem. Kielvermessungsplan zu überprüfen.

11.7) Das Gesamtgewicht von Kielflosse und Wulst darf höchstens 232kg und muß mindestens 200kg betragen. Es ist bei der Erstvermessung festzustellen und im Meßbrief des Bootes einzutragen.

11.8) Die Kielflosse darf galvanisch verzinkt, zinkgespritzt, zinküberzogen, mit oder ohne Verstärkung kunststoffüberzogen bzw. mit einem Farbanstrich versehen werden. Andere Formen der Beschichtung sind unzulässig. Die Bleiwulst darf zum Schutz vor Beschädigung mit einer geeigneten verstärkten Kunststoffbeschichtung versehen werden. Kiele, die in der oben beschriebenen Weise beschichtet sind, müssen den Formgebungsvorschriften gem. Regel 11.6 und den Gewichtsvorschriften gem. Regel 11.7 entsprechen.

11.9) Der achterliche Rand des Kielschlitzes muß mindestens 3290mm — im Verlauf der Mittschiffslinie gemessen — vom Spiegel entfernt sein. Der vorliche Rand des Kielschlitzes darf höchstens 3865mm — im Verlauf der Mittschiffslinie gemessen — vom Spiegel entfernt sein.

11.10) Die Position des Kiels darf innerhalb der Grenzwerte für den Kielschlitz in Längsschiffsrichtung verändert werden, jedoch darf eine solche Veränderung nicht während einer Wettfahrt vorgenommen werden. Am Schnittpunkt mit der Unterkante des Rumpfes darf die Vorderkante der Kielflosse höchstens 3865mm und muß mindestens 3805mm — im Verlauf der Mittschiffslinie gemessen — vom Spiegel entfernt sein.

12. RUDEREINRICHTUNG

12.1) Das Ruder muß aus glasfaserverstärktem Kunststoff und/oder Holz bestehen.

12.2) Das Profil des Ruderblatts muß der offiziellen Metallschablonen entsprechen; der Abstand zwischen dem Rand des Ruderblatts und der Schablone darf höchstens 7mm betragen.

12.3) Der Querschnitt des Ruderblatts ist freigestellt, jedoch darf seine Stärke höchstens 50mm betragen; ferner muß die horizontale Querschnittsstärke in einem Bereich bis zu 400mm von der Oberkante an der stärksten Stelle mindestens 40mm betragen.

12.4) Die Auslegung der Ruderpinne, des Pinnenauslegers und des Ruderrahmens ist freigestellt.

12.5) Bei "Ruder mittschiffs" muß der Abstand zwischen der vorderen oberen Ecke des Ruderblatts und der gedachten Verlängerung der senkrechten Mittellinie des Spiegels 630mm ± 20mm betragen.

13. HEISSAUGEN

13.1) In den Winkelprofilen, die den Kiel unterstützen, soll eine Bohrung für den vorderen Heißstrop vorgesehen werden.

13.2) Ein hinteres Heißauge soll entsprechend dem Bauplan vorgesehen werden.

13.3) Jedes Heißauge sowie seine Befestigung muß eine Last von je 500kg aufnehmen können.

14. GEWICHT

14.1) Das Gewicht des Rumpfes in einem vom Vermesser als trocken beurteilten Zustand muß mindestens 226kg betragen.

a) Im Sinne dieser Regel sind zusammen mit dem Rumpf folgende Gegenstände zu wiegen:

i) Auftriebskörper gem. Regel 20.

ii) Alle Beschläge, die als bei Wettfahrten ständig mitgeführte Ausrüstung fest am Rumpf angebracht sind.

iii) Die Rudereinrichtung einschl. Ruderblatt, Ruderschaft, Ruderrahmen (soweit vorhanden), Ruderkopf, Ruderpinne und Pinnenausleger.

iv) Bedienungsleinen.

v) Ausgleichsgewichte gem. Regel 14.3.

b) Folgende Gegenstände sind nicht mit dem Rumpf zusammen zu wiegen.

i) Großschot, Vorschot und Spinnakerschoten.

ii) Spieren sowie das dazugehörige stehende Gut.

iii) Sonstige lose Ausrüstungsgegenstände.

14.2) Das Gesamtgewicht des Rumpfes gem. Regel 14.1 und des Kiels gem. Regel 11.7 muß mindestens 453kg betragen.

14.3) Zum Zweck der Einhaltung der Regeln 14.1 und 14.2 darf das Gewicht eines Bootes durch die Anbringung von Ausgleichsgewichten (insgesamt höchstens 15kg) erhöht werden. Diese Ausgleichsgewichte müssen aus Metall bestehen und mit durchgehenden Bolzen an der achterlichen Seite des vorlichen Cockpitschotts angeschraubt sein, wobei kein Teil eines Ausgleichsgewichts weniger als 200mm vom Cockpitboden entfernt sein darf.

14.4) Das Gewicht des Rumpfes, das Gesamtgewicht von Rumpf und Kiel sowie das Gewicht von Ausgleichsgewichten ist bei der Erstvermessung zu überprüfen und im Meßbrief des Bootes einzutragen. Danach darf das Boot jederzeit durch einen offiziellen Vermesser nachgewogen und das Gewicht durch die Abnahme von Ausgleichsgewichten bzw. durch eine Gewichtsreduzierung der Kielwulst gem. Regel 11 reduziert werden, sofern das Gesamtgewicht von Rumpf und Kiel jederzeit 453kg gem. Regel 14.2 beträgt. Das neue Gewicht der Ausgleichsgewichte und des Kiels sowie das Gesamtgewicht von Rumpf und Kiel ist jeweils im Meßbrief einzutragen und vom Vermesser zu bestätigen.

15. MASTSTELLUNG

15.1) Die Mastspur muß sich auf dem Cockpitboden achterlich des vorlichen Cockpitschotts befinden, wie aus dem Bauplan ersichtlich ist.

15.2) Die gedachte Verlängerung der Achterkante Mast nach unten darf nicht achterlicher verlaufen als die Vorderkante eines mindestens 10mm breiten schwarzen Meßmarke, die auf dem Cockpitboden mindestens 4190mm vorlich der Außenseite des Spiegels (ausschl. des Decksüberhangs) — parallel zur Nullinie gemessen gem. Rumpfvermessungsplan — anzubringen ist.

16. MAST, STEHENDES UND LAUFENDES GUT

16.1) Werkstoffe, Bauverfahren und Konstruktion des Masts sind freigestellt. Der Mast ist mit einem festen Vorstag in der Mittschiffslinie vorlich des Vorlieks der Fock zu verstagen; das Vorstag muß den Mast auch bei niedergeholten Segeln abstützen können. Die gedachte Verlängerung des Vorlieks der Fock muß sich mit der Mittellinie des Vordecks oder deren gedachten Verlängerung bei einem Punkt schneiden, der 6342mm ± 93mm — parallel zum Deck gemessen — von der Mittellinie des Spiegels entfernt ist.

16.2) Die Abmessungen des Mastprofils zwischen den Meßmarken gem. Regel 16.8(a) und 16.8(b) müssen mindestens 72mm in Querschiffsrichtung und 92mm in Längsschiffsrichtung betragen. Ist der Mast nach oben verjüngt, so darf diese Verjüngung sich nach unten nicht über einen Punkt 1560mm von dem äußersten oberen Ende des Mastes hinaus erstrecken. Die Verjüngung muß konvex oder gerade verlaufen; örtliche Hohlwölbungen von mehr als 3mm in der Längsrichtung des verjüngten Teils sind unzulässig. Der Mastquerschnitt darf unterhalb der Meßmarke gem. Regel 16.8(c) an keiner Stelle geringere Abmessungen als 56mm in Querschiffsrichtung und 49mm in Längsschiffsrichtung aufweisen. Öffnungen dürfen im Mast nur zur Befestigung von Beschlägen oder zur Durchleitung von stehendem oder laufendem Gut angebracht werden.

16.3) Das Topgewicht — gemessen bei der Meßmarke gem. Regel 16.8(c) — muß mindestens 9kg betragen, wobei der Mast am Mastfuß an der Stelle, wo er normalerweise auf der Mastspur aufliegt, gelagert sein muß. Bei der Ermittlung dieses Gewichts muß der Mast waagerecht liegen und mit allen normalerweise vorhandenen Beschlägen versehen sein (einschl. Salinge, Backstagbeschläge — soweit vorhanden —, stehendes und laufendes Gut — ausschl. Backstagen —, Trapezdrähte, -griffe, -haken bzw. -verschluß — ausschl. Trapezstropp bzw. -gurt .). Der Verklicker ist nicht mitzuwiegen. Während des Wiegens sind die Fallen (einschl. aller Schäkel, Wirbelschäkel usw., die nicht fest mit den Segeln verbunden sind) voll durchzusetzen, so daß ihre Augen mit den oberen Schotblöcken oder Leitklampen zublocks kommen. Die Trapezdrähte, der untere Teil der Fallen, des Vorstags und der Wanten (ausschl. irgendwelcher Beschläge für die Veränderung der Spannung der Wanten, soweit diese Beschläge mehr als je 0,25kg wiegen) sowie das sonstige stehende und laufende Gut sind längs des Mastes zum Mastfuß hin zu strecken und am Mast festzuzurren. Verstellbare Trapezhaken müssen sich in ihrer obersten Position befinden. Soweit stehendes und laufendes Gut nach unten über den Mastfuß hinausreicht, ist es abzustützen und nicht mitzuwiegen.

16.4) Das Gesamtgewicht von Mast sowie stehendem und laufendem Gut gem. Regel 16.3 muß mindestens 20kg betragen.

16.5) Bleibend verformte sowie drehbare Masten sind unzulässig.

16.6) Die Biegsamkeit des Mastes wird folgendermaßen ermittelt: Der Mast muß an den Meßmarken gem. Regel 16.8(a) und 16.8(b) abgestützt sein. Er wird so gelagert, daß die normale Längsschiffsachse des Mastprofils annähernd waagerecht verläuft, und es wird ein Gewicht von 40kg am Mast in der Mitte zwischen den beiden Lagerungspunkten am Mast aufgehängt; die dann am Aufhängungspunkt des Gewichts gemessene Durchbiegung darf höchstens 90mm betragen. Wird der Mast nunmehr so gedreht, daß die normale Längsschiffsachse des Mastprofils bei nach oben zeigender Mastkeep annähernd senkrecht verläuft, so wird ein Gewicht von 100kg in der Mitte zwischen den beiden Lagerungspunkten am Mast aufgehängt; die dann am Aufhängungspunkt des Gewichts gemessene Durchbiegung darf höchstens 135mm betragen. Während dieses Durchbiegungstests muß das gesamte stehende und laufende Gut völlig lose liegen.

16.7) Das äußerste untere Ende des Mastes darf sich nicht mehr als 20mm über dem darunterliegenden Cockpitboden befinden.

16.8) Drei mindestens 10mm breite Meßmarken sind mit kontrastfarbigem Lack folgendermaßen am Mast mindern aufzumalen:

a) Eine Meßmarke, dessen Oberkante sich 1155mm ± 5mm vom äußersten unteren Ende befindet. Die Oberkante Großbaum darf sich auf der Höhe des Lümmelbeschlags nicht über die Oberkante dieser Meßmarke hinaus nach unten erstrecken.

b) Eine Meßmarke, dessen Unterkante sich höchstens 5945mm und mindestens 5935mm oberhalb des Oberkante der Meßmarke gem. (a) befindet. Die gedachte Verlängerung der Vorliek des Vorsegels darf den Mast nicht oberhalb der Unterkante dieses Meßmarke schneiden. Der Lagerungspunkt des Auges bzw. der Rolle für die Führung des Spinnakerfalls darf sich innerhalb eines Radius von 153mm von der Unterkante dieser Meßmarke befinden.

c) Eine Meßmarke, dessen Unterkante sich höchstens 7620mm oberhalb der Oberkante der Meßmarke gem. (a) befindet.

16.9) Das stehende Gut muß einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen.

16.10) Der Spinnakerbaumbeschlag am Mast darf sich höchstens 50mm über den Mast hinaus erstrecken.

17. GROSSBAUM

17.1) Der Großbaum muß durch einen Kreisring mit einem Durchmesser von 90mm passen. Fest angebrachte Beschläge, die lediglich zum Anschlagen von Schoten, Ausholer, Niederholer und Spinnakerbaum am Großbaum dienen, fallen nicht unter diese Forderung.

17.2) Das Großbaumprofil muß zwischen zwei Punkten, die 50mm und 3330mm vom vorderen Ende des Großbaums entfernt sind, einheitlich sein; zwischen diesen Punkten muß es eine Mindesttiefe von 63mm und eine Mindestbreite von 53mm aufweisen. Bleibend verformte Großbäume sind unzulässig.

17.3) Am Großbaum ist eine Meßmarke aufzumalen, dessen Innenkante — gemessen im Verlauf der Oberkante Großbaum zum Mast hin — 3380mm vom generellen Verlauf der Achterkante Mast (ungeachtet örtlicher Krümmungen) entfernt ist.

17.4) Der Großbaum muß an bzw. bei seinem vorderen Ende mit einem Stift, einer Schraube oder einem Bolzen zum Anschlagen des Großsegelhalses versehen sein; die Achse dieses Stifts bzw. dieser Schraube oder dieses Bolzens darf sich höchstens 10mm oberhalb der Oberkante Großbaum befinden.

18. SPINNAKERBAUM

Die LüA einschl. der Beschläge darf max. 2300mm betragen.

19. SEGEL

19.1) Konstruktion

a) Segel müssen aus gewebtem oder nicht gewebtem Material hergestellt sein.

b) Das Segel muß mit Ausnahme von Klebenähten und erlaubten Sichtfenstern und Verstärkungen flexibel und in jeder Richtung flach faltbar sein.

c) Kauschen, die sich ganz oder teilweise im Segelrand befinden, müssen kreisförmig sein.

19.2) Durchsichtige Bahnen — Die folgenden durchsichtigen Bahnen sind in Großsegel und Vorsegel erlaubt:

a) Eine Bahn von höchstens 0,3m² Fläche mit einer max. Entfernung von 1500mm von der Segelunterliek und einer min. Entfernung von 150mm von der nächsten Segelliek.

b) Eine Bahn von höchstens 0,1m² Fläche mit einer min. Entfernung von 150mm von der nächsten Segelliek.

19.3) Verstärkungen

a) Eckenverstärkungen sind nur entsprechend dem Segelvermessungsplan erlaubt.

b) Spinnakerniederholer-Verstärkungen sind nur innerhalb eines Radius von 330mm um die Niederholerbefestigung erlaubt.

c) Andere erforderliche Verstärkungen dürfen aus nicht mehr als zwei Lagen des gleichen für das Segel verwendeten Materials bestehen und dürfen durch keinerlei zusätzliche Mittel ausgesteift werden eingeschlossen Kleber und enges Nähen.

19.4) Segellatten — Vier Segellatten von einer max. Breite von 50mm und max. Länge entsprechend dem Großsegelvermessungsplan sind nur im Großsegel erlaubt. Die Lattentaschen sollen die Achterliek in gleiche Teile (Toleranz ± 25mm) entsprechend dem Großsegelvermessungsplan teilen.

19.5) Klassenzeichen, Nationenzeichen und Segelnummer — Das Klassenzeichen ist der Buchstabe "T". Das Klassenzeichen, Nationenzeichen und die Segelnummer müssen mit der IWB-Regel Appendix H - Identification on Sails in Einklang stehen, mit der Ausnahme, daß die folgenden Minimalgrößen vorgeschrieben werden:

Höhe: 375mm
Breite: 250mm (außer der Zahl "1" und dem Buchstaben "I")
Strichstärke: 50mm
Mindestabstand zwischen benachbarten Buchstaben/Zahlen: 70mm
19.6) Vermessung

a) Segel müssen entsprechend der gültigen ISAF Segelvermessungsanweisung vermessen werden, es sei denn sie werden durch diese Klassenvorschriften modifiziert. Segel müssen von einem durch den nationalen Verband eingesetzten Vermesser vermessen werden.

b) Segel müssen mit dem Segelvermessungsplan übereinstimmen. Segel müssen auf einer ebenen Fläche liegend in trockenem Zustand, unter ausreichendem Zug um Falten quer zur Messrichtung zu vermeiden, und mit geglätteten Zugfalten in Messrichtung vermessen werden.

c) Die Erstvermessung von Segeln muß vor einer Meisterschaft erfolgt sein. Segel, die bei Meisterschaften vorgelegt werden, müssen Regel 19.11 entsprechen.

19.7) Großsegel

a) Die Segelhalskausche darf mit ihrem Mittelpunkt nicht weiter als 25mm vom nächsten Punkt der Segelunterliek oder Vorliek (einschließlich Liektau oder fest angebrachtem Beschlag) entfernt sein. Die Schothornkausche darf mit ihrem Mittelpunkt nicht weiter als 40mm vom nächsten Punkt der Segelachterliek und 50mm vom nächsten Punkt der Segelunterliek (einschließlich Liektau oder fest angebrachtem Beschlag) entfernt sein.

b) Meßanweisungen und Definitionen:

i) Der Segelkopf ist die obere vordere Kante des Kopfbretts. Der Hals und das Schothorn sind die Mittelpunkte der entsprechenden Kauschen und alle Hohlstellen sind durch Gerade zu überbrücken.

ii) Die Halbierungspunkte für Vor- und Achterliek werden durch Falten des Kopfes zu Hals und Schothorn gefunden.

iii) Die Viertelpunkte für Vor- und Achterliek werden durch Falten des Halses und des Schothorns zu den Liekhalbierungspunkten gefunden.

iv) Die Dreiviertelpunkte für Vor- und Achterliek werden durch Falten des Kopfes zu den Liekhalbierungspunkten gefunden.

c) Die Länge der Achterliek (Distanz zwischen Kopf und nächstem Punkt der Unterliek zum Schothorn einschließlich Liektau oder fest angebrachtem Beschlag) darf maximal 8300mm sein.

d) Die Vorliek darf nicht höher als bis an die Unterkante der Meßmarke nach Regel 16.8(c) gefahren werden.

e) Die Unterliek darf nicht achterlicher als bis an die Vorderkante der Meßmarke nach Regel 17.3 gefahren werden.

19.8) Vorsegel

a) Die Achterliek darf nicht konvex sein.

b) Die Unterliek soll kontinuierlich konvex sein.

19.9) Spinnaker

a) Der Spinnaker muß symmetrisch zu der Linie sein, die Kopf und Unterliekhalbierungspunkt verbindet. Ausschnitte oder Durchbrüche anders als für normale Kauschen für Fall, Schoten und Niederholer sind verboten.

b) Der Unterliekhalbierungspunkt (B auf dem Spinnaker Vermessungsplan) wird durch Falten der Unterliek in die Hälfte gefunden. Mittelliniepunkte D, F und H und die Punkte E, G und J an beiden Lieken (siehe Spinnaker Vermessungsplan) müssen in Intervallen von 1500mm von Punkt A aus (Mitte der Kopfkausche) abgesetzt werden, wenn der Spinnaker um seine vertikale Mittelinie AB gefaltet ist. Zusätzliche Punkte sollen an den Lieken 150mm gradlinig vom Punkt A gemessen markiert werden. Diese Punkte dürfen nicht weiter als 280mm voneinander entfernt sein. Falls das Segel nicht flach liegt, muß das Maß an der konvexen Seite genommen werden.

19.10) Doppellieken, Reißverschlüsse und ähnliche Vorrichtungen sind verboten.

19.11) Segelmarken — An jedem Segel muß in der Nähe des Halses bzw. beim Spinnaker in der Nähe einer der unteren Ecken eine offiziell numerierte Tempest-Segelmarke fest angebracht sein. Bei der Erstvermessung eines Segels muß der Vermesser die Segelmarke unauslöschlich unterschreiben und datieren. Ein Segel darf ohne offizielle Blanko-Segelmarke nicht zur Erstvermessung zugelassen werden. Segelmarken dürfen nicht von einem Segel auf ein anderes übertragen werden. Sie sind bei der Internationalen Tempest Klassenvereinigung oder nationalen Tempest Klassenvereinigung erhältlich.

20. AUFTRIEB

Der feste Einbau von Auftriebskörpern, keine Luftkissen, muß wie folgt vorgenommen werden und von der Bauwerft bestätigt werden:

20.1) Mindestens 150kg Auftrieb müssen in der vorderen Auftriebsabteilung vorgesehen sein.

20.2) Mindestens 150kg Auftrieb müssen in der mittleren und/oder hinteren Auftriebsabteilung vorgesehen sein, mit keinem Teil weiter als 1370mm vom hinteren Cockpitschott entfernt.

21. TRAPEZGESCHIRR

21.1) Der Trapezgurt bzw. -gürtel muß aufschwimmen und darf höchstens 3,5kg wiegen.

21.2) Auf jeder Seite sind höchstens zwei Fußgurte zulässig, die aus elastischem Material bestehen müssen und deren Befestigungspunkte höchstens 160mm voneinander entfernt sein dürfen; sie dürfen es nicht ermöglichen, daß die Füße bzw. das normale Schuhwerk des Besatzungsmitglieds ohne Berührung mit dem Rumpf oder der Scheuerleiste bzw. dem zulässigen rutschfestem Material abgestützt werden.

22. WETTFAHRT VORSCHRIFTEN

22.1) Während einer Wettfahrt müssen sich zwei Personen an Bord befinden, deren Aufgaben nicht festgelegt sind.

22.2) Das Trapez jdarf eweils nur von einer Person benutzt werden.

22.3) Pumpen — IWB-Regel 42.3(b) wird wie folgt geändert: "Ist auf einem Bahnschenkel Wellenreiten (schnelles Beschleunigen der Yacht abwärts auf der Leeseite einer Welle) oder Gleiten möglich, so darf die Besatzung zur Einleitung oder zur Erhaltung des Wellenreitens bzw. Gleitens jede(n) Teil(e) der Schoten pumpen. Dies darf jedoch nicht mehr als dreimal bei jeder Welle bzw. Böe erfolgen."

22.4) Eigner sind verantwortlich für die Funktionstüchtigkeit und Wasserdichtheit der Auftriebskörper. Der Lukendeckel für das hintere Autriebskörperabteil muß nicht absolut wasserdicht sein.

22.5) Folgende Ausrüstung muß während einer Wettfahrt immer an Bord mitgeführt werden: Zwei Paddel, jeweils mindestens 1000mm lang und mit einem Mindestgewicht von 0,4kg; ein Anker (Mindestgewicht: 2kg) mit einer Ankerleine oder -trosse von mindestens 15m Länge und einem Durchmesser von mindestens 5mm; je eine Rettungsweste oder ein Rettungsgürtel pro Person an Bord.

22.6) Es dürfen nicht mehr als zwei Spinnaker an Bord mitgeführt werden.

23. VERBOTE

Folgendes ist unzulässig:

23.1) Geräte, die Angaben über Windrichtung und -geschwindigkeit oder Bootsgeschwindigkeit und -standort mit elektronischen, mechanischen, hydraulischen oder pneumatischen Mitteln u.ä. übermitteln oder korrelieren, sind unzulässig;

23.2) Innenballast oder Ballast, der von der Besatzung getragen wird;

23.3) Winschen, Taljen und sonstige Vorrichtungen, mit denen die Position des Kiels während einer Wettfahrt verändert werden kann;

23.4) Mastheber;

23.5) Jegliche Vorrichtung, mit der die Position der gedachten Verlängerung des Vorsegelvorlieks am Schnittpunkt mit dem Deck während einer Wettfahrt um mehr als 25mm verändert werden kann;

23.6) Jede Vorrichtung bzw. Einrichtung, die über Rumpf, Spieren oder Rigg nach außen ragt oder an einem Besatzungsmitglied befestigt ist und die dazu bestimmt ist oder dazu benutzt werden kann, ein Besatzungsmitglied außenbords zu stützen oder stützen zu helfen, soweit es sich nicht um das Trapezgeschirr gem. Regel 21.2 handelt;

23.7) Trimmklappen oder ähnliche Einrichtungen an Kiel und Ruder;

23.8) Vorstehende Teile, die über die Außenhaut hinausragen, soweit es sich nicht um folgendes handelt: Seitenscheuerleisten, Heckscheuerleisten mit einem ähnlichen Profil wie die Seitenscheuerleisten, Stützblöcke, Ausreitgurte und deren Befestigung, Spinnakerschotklampen, Bugbeschlag, Kiel, Ruder, Spinnakerschot-Leitösen, Backstagbeschläge (sofern sie nicht mehr als 6mm vorstehen), zwei Selbstlenzer, Vorstevenbeschlag, Kielbeschlag, Kielleitplatten und -rollen die nicht über die generelle Außenfläche des Bootes hinausragen dürfen, Lenzverschlüsse, Namensschilder, rutschfestes Material, Vorschot Leitplatten, übliche Farb- bzw. Lackbeschichtungen sowie Festmacher-Lippklampen, soweit sie nicht über die Seitenscheuerleisten hinausragen — (ausgenommen hiervon ist rutschfestes Material, das horizontal höchstens 2mm über die Seitenscheuerleisten hinausragen darf). Nur Fußschlaufen in normaler Position und rutschfestes Material dürfen über die Seitenscheuerleisten hinausragen.

24. ÜBERSETZUNG DER KLASSENVORSCHRIFTEN

Bei Auslegungsdifferenzen hinsichtlich des Wortlauts der vorliegenden Klassenvorschriften hat bei Übersetzungen in andere Sprachen die englische Fassung Vorrang.

25. INTERNATIONALE KLASSENGEBÜHREN

Die Internationalen Klassengebühren errechnen sich auf der Grundlage von 3% des durchschnittlichen Endverkaufspreises eines Bootes in der Grundausstattung (ohne Segel) in Großbritannien. Diese Gebühr setzt sich aus der Lizenzgebühr des Konstrukteurs (1,5%), der Verwaltungsgebühr der Internationalen Tempest Klassenvereinigung (1%) und dem Anteil der ISAF von 0,5% zusammen, zuzüglich eines an die Internationale Tempest Klassenvereinigung zu entrichten Betrags von £6,00 für die Betreuung der offiziellen Modellformen.

Die Höhe der Internationalen Klassengebühren wird jederzeit aufgrund dieser Faktoren ermittelt und ist auf Empfehlung der Internationalen Tempest Klassenvereinigung zu überprüfen und ggfs. neu festzusetzen.


Stand: 1998

Hinweis: Dies ist eine Übersetzung aus dem englischen Original. Keine Gewähr! Es gilt das Original.